Erhebung zum Zusammenleben in der Schweiz

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FAQs                                                                                     

Fragen & Antworten

Was ist das Thema dieser Erhebung?
Es handelt sich um eine Umfrage zum Zusammenleben. Sie soll zum Verständnis beitragen, wie die Menschen in der Schweiz zusammenleben und wie sie sich gegenseitig wahrnehmen. Es geht auch darum zu erkennen, ob bestimmte Bevölkerungsgruppen, inkl. Schweizerinnen und Schweizer, von Rassismus und Feindseligkeiten betroffen sind.
 
Aus diesem Grund interessieren wir uns für Fragen wie:  
  • Funktioniert die Integration von Migrantinnen und Migranten in der Schweiz gut?
  • Sollte man dafür mehr oder weniger tun?
  • Ist Rassismus ein ernstes Problem in der Schweiz?
  • Wie wird die Präsenz von Ausländerinnen und Ausländern wahrgenommen?
  • Gibt es Vorurteile gegenüber bestimmten Gruppen?
 
Wozu dient diese Erhebung?
Diese Umfrage erlaubt, die Entwicklung gesellschaftlicher Phänomene, wie zum Beispiel den Rassismus, die Feindseligkeit gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Ausländer, Schweizer, Muslime, Juden, Schwarze) oder auch die Diskriminierung, zu verfolgen. Die Befragung hilft auch zu erkennen, wie die befragten Personen die Bedeutung und den Einfluss von aktuellen politischen und sozialen Massnahmen wahrnehmen.
 
Nur auf Grundlage von in der Gesamtbevölkerung verlässlich erhobenen Daten, können mit rassistischen Tendenzen in Verbindung stehende Faktoren identifiziert und differenziert werden. Dank dieser empirischen Arbeit können adäquate Schritte und politische Massnahmen eingeleitet werden, die das Zusammenleben in der Schweiz zu fördern. Das nützt uns allen.
 
Was bedeutet Zusammenleben?
Unter Zusammenleben versteht man, wie verschiedene Gruppen innerhalb einer Gesellschaft miteinander leben. Die Aspekte der Vielfalt und des Andersseins bilden die Basis des Konzepts des Zusammenlebens.
 
Im Gegensatz zur Integration, die ein laufender Prozess ist, bezieht sich das Zusammenleben auf die Situation zu einem bestimmten Zeitpunkt: Gibt es Spannungen zwischen den Gruppen? Gibt es Konflikte? Das Zusammenleben ist das Ergebnis der Integrationsprozesse der verschiedenen in einem Land ansässigen Bevölkerungsgruppen.
 
Was bedeutet Rassismus?
Unter Rassismus versteht man eine Ideologie, in der Personen auf Basis von realen oder imaginären Unterschieden (wie Ethnie, Nationalität, Religion, etc.) in verschiedene Gruppen mit als unveränderbar betrachteten Eigenschaften eingeteilt werden. Die Verfechter von Rassismus weisen den Personen als Vorwand für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe eine gemeinsame pseudo-biologische oder kulturelle Herkunft zu.
 
Die Verfechter von Rassismus rechtfertigen über reale und auch imaginäre Unterschiede die Ungleichheiten und Privilegien zwischen den Gruppen.
 
Was bedeutet Diskriminierung?
Unter Diskriminierung versteht man die Praxis, Personen bestimmte Rechte zu verweigern, sie ungerecht oder intolerant zu behandeln, zu demütigen, zu bedrohen oder zu gefährden.
 
Als Rassendiskriminierung bezeichnet man die Benachteiligung oder Herabwürdigung von Personen auf Grundlage von körperlichen Eigenschaften (wie der Hautfarbe), ihrer ethnischen Herkunft, ihrer religiösen Herkunft oder auf Grund ihrer Kultur oder Nationalität.
 
Was ist Integration?
Die Integration zielt darauf ab, eine Chancengleichheit zwischen Schweizern und Ausländern zu schaffen und das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, den gegenseitigen Respekt und die Toleranz zu fördern. Integration soll Personen mit dauerhaftem und legalem Aufenthaltsrecht erlauben, am sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben teilzunehmen.
 
Integration erfordert dabei sowohl die Beteiligung der Migranten als auch der Aufnahmegesellschaft und ihren Mitgliedern.
 
Warum interessieren wir uns besonders für Muslime, Schwarze und Juden?
Rassismus kann verschiedene und vielfältige Formen annehmen. Die Feindseligkeit gegenüber Muslimen ist ein bestimmter Typ von Rassismus.
 
Die Feindseligkeit gegenüber Muslimen ist eine ablehnende Haltung gegenüber Personen, die sich als Muslime bekennen oder bei denen angenommen wird, dass sie Muslime sind. Es kann sich dabei um eine ablehnende Haltung gegenüber Personen handeln, die aus einem muslimischen Land stammen, in dem die Gesellschaft als mehrheitlich patriarchalisch oder sexistisch wahrgenommen wird. Die Feindseligkeit gegenüber Muslimen kann auch die Ablehnung von Personen einschliessen, die als fundamental beurteilte religiöse Praktiken ausüben.
 
Rassismus gegenüber Schwarzen bezieht sich direkt auf eine sichtbare Eigenschaft, nämlich auf die Hautfarbe. Bei dieser Form von Rassismus werden einer Person auf Basis ihres Aussehens negative Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale zugeschrieben.
 
Die Feindseligkeit gegenüber Juden (auch Antisemitismus) bezieht sich auf andauernde negative Haltungen gegenüber Juden, die als homogene Gruppe angesehen werden. Diese Feindseligkeit ist ein Sonderfall, da auf Grundlage einer religiösen Zugehörigkeit Rückschlüsse auf die ethnische Herkunft gemacht werden.
 
Die Feindseligkeit gegenüber Muslimen, Schwarzen oder Juden hat einige Besonderheiten, die spezifische Ansätze und konkrete Massnahmen in der Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und empirischen Forschung erfordern.
 
Die Wahl der in der Erhebung untersuchten Gruppen könnte sich im Laufe der Zeit möglicherweise ändern, je nach Entwicklung des gesellschaftlichen Umfelds und der Konzentration von Spannungen auf bestimmte Gruppenzugehörigkeiten oder Situationen.
 
Fragebogen
Rassistische oder fremdenfeindliche Ansichten sind aus verschiedenen Gründen statistisch schwer zu erfassen. Tatsachen können als objektiv bezeichnet werden, Meinungen oder Ansichten sind jedoch subjektiv, d.h. für jede Person ganz persönlich.
 
Die Aussagen in dieser Erhebung sind teilweise stereotyp oder provokativ formuliert, da es erwünscht ist, dass Sie sich in Bezug auf diese Aussagen oder zugeschriebenen Eigenschaften so einfach wie möglich positionieren können. Je klarer und präziser eine Aussage ist, umso einfacher sollte es für Sie sein zu sagen, ob Sie damit einverstanden sind oder nicht.
 
Wann und wo werden die Ergebnisse dieser Erhebung publiziert?
Ergebnisse aus dieser Erhebung wurden zum ersten Mal im Oktober 2017 publiziert. Die nächste Veröffentlichung neuer Resultate wird im Laufe des Jahres 2021 erfolgen.
 
Die wichtigsten Eckdaten und Kennzahlen sind auf dem Webportal des Bundesamtes für Statistik (BFS) verfügbar:
www.bfs.admin.ch (home page)
Zusammenleben
 
Wer wird diese Daten benutzen und warum?
Das Bundesamt für Statistik (BFS) produziert diese Daten, um die Informationsbedürfnisse mehrerer Akteure abzudecken. Dazu zählen z.B. die Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) und das Staatssekretariat für Migration (SEM), aber auch Forschende an Schweizer Universitäten.
 
So werden z.B. die Daten der Erhebung für den alle zwei Jahre durch die Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) veröffentlichten Bericht zur rassistischen Diskriminierung in der Schweiz verwendet und analysiert. Dank diesem Bericht, der eine umfassende Situationsanalyse der Lage in der Schweiz präsentiert, können wirksame politische Massnahmen zur Bekämpfung von Rassismus eingeleitet und umgesetzt werden.
 
Die Ergebnisse der Erhebung können im Weiteren auch als empirische Grundlage für Massnahmen im Bereich der Integrationsförderung gesehen werden. Da sich die Kantone im Rahmen der Kantonalen Integrationsprogramme (KIP) verpflichten, Diskrimination erfahrende Personen eine kompetente Beratung und Unterstützung anzubieten, erlaubt die Erhebung, tatsächliche Bedürfnisse auf der Basis von Daten zu (potenziellen) Diskriminierungsopfern zu erkennen.
 
Zukünftige Nutzung der Daten
Jede Person, die für die Erhebung ausgewählt wurde, ist vorgängig vom Bundesamt für Statistik (BFS) schriftlich informiert worden. Im Brief wurde eine Telefonnummer (Hotline) erwähnt, unter der man sich informieren kann, ob alles seine Richtigkeit hat.
 
Im vom BFS zugestellten Brief gibt es eine Referenznummer, die es erlaubt, die Identität des Anrufenden zu überprüfen. Wenn Sie sich versichern wollen, dass der Fragebogen für Sie bestimmt ist, fragen Sie die Befragerin oder den Befrager vom Befragungsinstitut (Hotline) nach der Referenznummer und überprüfen Sie, dass sie der Nummer entspricht, die im Brief des BFS angegeben ist.
 
Wie sind Sie ausgewählt worden? Warum gerade Sie?
Damit die Erhebung wissenschaftlich korrekt ist, werden alle befragten Personen nach einem strengen Zufallsverfahren ausgewählt. Die zufällig ausgewählten Personen, zu denen auch Sie gehören, werden aus dem Stichprobenregister des Bundesamtes für Statistik (BFS) gezogen.
 
Die gesamte ständige Wohnbevölkerung der Schweiz kann zur Teilnahme an der Erhebung eingeladen werden, inklusive Personen mit ausländischer Nationalität. Sie können nicht durch eine andere Person ersetzt werden, weil das die Ergebnisse verfälschen würde.
 
Sie können frei Ihre Meinung äussern. Es wird kein Urteil anhand Ihrer persönlichen Meinung gefällt. Es geht darum, allgemeine Tendenzen zu erkennen, die für die gesamte Schweizer Gesellschaft gelten.
 
Was ist dieses Stichprobenregister des BFS? Wie haben Sie meine Telefonnummer erhalten?
Das Stichprobenregister des Bundesamtes für Statistik (BFS) wird aus den Einwohnerregistern von Gemeinden und Kantonen gebildet. Das hat den Vorteil, dass gewisse Personendaten bereits vorhanden sind und bei Erhebungen des BFS nicht mehr abgefragt werden müssen. In diesem Register ist auch Ihre Telefonnummer enthalten, auch wenn sie nicht im Telefonbuch steht.
 
Selbstverständlich werden die Personendaten aus dem Einwohnerregister nur anonymisiert genutzt und der Datenschutz ist gewährleistet.
 
Wie steht es mit dem Datenschutz aus?
Der Datenschutz ist gewährleistet. Sobald die Befragung abgeschlossen ist und die anonymisierten Daten ans Bundesamt für Statistik (BFS) übermittelt worden sind, werden die Erhebungsdaten vom Befragungsinstitut vernichtet. Die vom BFS publizierten Daten sind vollständig anonymisiert. Sie enthalten keine personenbezogenen Daten – wie z.B. Name oder Adresse.
 
Das BFS arbeitet bei der Ausführung seiner Aufgaben eng mit dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) zusammen.
 
Ist die Teilnahme an dieser Erhebung obligatorisch?
Nein, die Teilnahme an dieser Erhebung ist nicht obligatorisch. Die Erhebung ist aber äusserst wichtig, weil die Ergebnisse als Datengrundlage für Diskussionen und politische Entscheide im Zusammenhang mit dem Zusammenleben, der Integration und der Bekämpfung der Diskriminierung dienen. Ihre Antworten tragen dazu bei, ein zuverlässiges und aktuelles Bild zu erhalten, wie die Bevölkerung die Probleme des Zusammenlebens, des Rassismus oder der Feindseligkeiten in der Gesellschaft wahrnimmt.