Interview mit Elias Räber
Projektleiter bei DemoSCOPE AG – part of Norstat Group
Elias startete seine Laufbahn bei DemoSCOPE als studentischer Mitarbeiter im Survey-Testing und lernte die Marktforschung anschliessend aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennen. Vom DPA-Team und Community Management führte sein Weg schliesslich in die Projektleitung. Heute begleitet er Forschungsprojekte von der ersten Kundenanfrage bis zur Datenablieferung und verbindet dabei sein methodisches Wissen aus dem Politikwissenschaftsstudium mit seiner langjährigen praktischen Erfahrung.
Im Interview sprechen wir über seinen persönlichen und beruflichen Weg:
Wie bist du zur Marktforschung gekommen – und warum hast du dich ursprünglich für Politikwissenschaften entschieden?
Ich habe mich damals an der Universität Luzern bewusst für Politikwissenschaft im Hauptfach entschieden, da die Politik und das Weltgeschehen mein grösstes Interesse waren. Ich habe zwar auch mit dem Gedanken gespielt, mein Nebenfach Geschichte als Hauptfach zu nehmen, dachte mir jedoch, dass die Geschichtswissenschaft mit ihren Methoden (Quellenkritik, ...) das zukünftige Berufsfeld stärker einschränkt, als wenn ich Politikwissenschaft wähle, welche doch ein breites Methodenfeld umfasste, nämlich von der empirischen Sozial- und Kommunikationsforschung bis zur multivariaten Statistik. Die Überschneidung zur Sozial- und Marktforschung lag dann in den quantitativen Befragungen, welche man für die Wahl- und Abstimmungsforschung nutzt. Und zu DemoSCOPE selbst kam ich als studentischer Mitarbeiter für das Survey-Testing der Strukturerhebung des Bundesamts für Statistik und erhielt dann nach meinem Master-Abschluss die Chance, Vollzeit bei DemoSCOPE arbeiten zu dürfen.
Du warst zunächst im DPA-Team und hast das Community Management betreut. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen, das dir heute als Projektleiter hilft?
Sehr spannend fand ich das breite Aufgabenfeld im DPA-Team. Das ging vom Community Management und der Rekrutierung über Machbarkeitsprüfungen, Adressmanagement, Sampling, Programm-Testing, Feldkontrolle und das Erstellen von Dashboards bis zu statistischen Auswertungen. Ich durfte sehr viele Sachen lernen und von diesen Erfahrungen kann ich nun als Projektleiter stark profitieren. Und natürlich war da auch das tolle Team, mit dem ich viel zusammen erleben durfte, sei es während der Arbeit oder an unseren Team-Events.
Was macht dir an der Projektleitung heute am meisten Freude – und was hat dich vielleicht überrascht?
Das Tolle ist einerseits, dass man ein Projekt von Anfang bis Ende begleitet, also von der Anfrage über die Beratung der Kunden und die Offerten-Erstellung bis zur Datenablieferung und manchmal auch zur Präsentation der Ergebnisse. Andererseits ist es auch die Abwechslung bei den Projekten, denn als «Full-Service & Full-Range Provider» können wir praktisch alles anbieten, von einer repräsentativen 5-minütigen Online-Umfrage bis hin zu mehrjährigen Grossprojekten mit verschiedenen Erhebungsmethoden, die kombiniert werden. Was mich überrascht hat? Wahrscheinlich die Multitasking-Fähigkeit, die ich zwar bereits aus DPA-Zeiten kenne, die man als Projektleiter jedoch noch besser beherrschen muss, da man bei allen Projekten, die man gleichzeitig betreut, immer den aktuellen Prozessschritt im Auge behalten muss und dass man sehr gut kommunizieren muss, sowohl extern als auch intern.
Wie verändert Künstliche Intelligenz deine tägliche Arbeit – und wo siehst du Chancen oder Grenzen?
Ich sehe KI als Werkzeug, das uns bei vielen Arbeiten unterstützt, aber nicht ersetzen wird. Beim Codieren und Auswerten macht uns KI effizienter. Trotzdem muss man immer die Ergebnisse kontrollieren, denn KI kann auch halluzinieren und Daten erfinden. Unser Aufgabenfeld wird sich dadurch sicher auch verschieben. Die Qualitätsprüfung wird also wichtiger. Andererseits werden Arbeiten wie die Kontaktierung und Beratung von Kunden noch wichtiger werden, da ich stark davon ausgehe, dass Menschen lieber von anderen Menschen angesprochen und beraten werden als von KI-Sprachbots.
Du bist Vater von zwei kleinen Kindern. Wie gelingt dir die Balance zwischen Familie und Beruf?
Meine Frau arbeitet Teilzeit in einem kleineren Pensum und ich selbst habe auch einen Tag, an dem ich auf die Kinder schaue und den Haushalt übernehme. Ich empfinde das als etwas Tolles, da ich so etwas mehr von den Kindern habe, auch wenn das mit einer Lohneinbusse einhergeht. Dass sowohl meine Frau als auch ich auf die Kinder schauen, hilft uns beim gegenseitigen Verständnis, dass sowohl der Arbeitsalltag als auch die Betreuung der Kinder inklusive des Haushalts anstrengend sein kann. Was auch bei der Balance hilft, ist die Möglichkeit, dass wir bei DemoSCOPE auch Homeoffice machen können. So spart man sich den Arbeitsweg und diese Zeit kommt dann wieder der Arbeit oder der Familie zugute. Und was natürlich auch hilft, ist, dass wir manchmal bei kurzfristigen Arbeitseinsätzen auf Hilfe von unserer Familie und Freunden bei der Kinderbetreuung zählen können.
Was gibt dir ausserhalb der Arbeit Energie – und nimmst du davon etwas in deine Rolle als Projektleiter mit?
Ich verbringe meine Freizeit gerne mit meiner Familie und meinem Freundeskreis. Das gibt mir auf der einen Seite Energie, auf der anderen Seite spiele ich aktiv in der Musikgesellschaft Beromünster mit. So durften wir dieses Jahr mit der Musikgesellschaft Beromünster unser 100-jähriges Jubiläum feiern. Das gemeinsame Musizieren ist ein super Ausgleich zum Alltag. Was ich als Projektleiter von der Musik mitnehme? Vielleicht einerseits das Hören auf die anderen Musikanten, was man als Projektleiter als Hören und Kommunizieren zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen gut beherrschen muss, und andererseits die Konzentration, die man sowohl beim Musizieren benötigt als auch in der Projektleitung.
Persönliche Einblicke in seinen Weg vom studentischen Mitarbeiter zum Projektleiter, seine Sicht auf die Zukunft der Marktforschung und die Balance zwischen Beruf, Familie und Musik.